#02 Wie läuft ein Coaching ab?

In dieser Folge geht es erneut um das Thema Coaching. Begleitung durch ein Coaching. Wie läuft so etwas klassischer Weise ab?

Auch wird erklärt, ob die privaten Coachings- heißt mit Themen wie Partnerschaft oder Familie - anders ablaufen, als die Businessthemen.


Was erwartet mich bei einem Coaching?


Im Ablauf eines Coachings gibt es meist 8 Phasen.


Ein Coaching ist natürlich immer individuell und sollte auf die Ziele, Fragen, Bedürfnisse und Erwartungen des Coachees angepasst werden. Es lassen sich dennoch klassische Phasen im Ablauf eines Coachings identifizieren. Diese solltest Du mal gehört haben, um ein besseres Bild davon zu haben, was in einem Coaching auf Dich zukommen kann.

In der Praxis sind die 8 Phasen eher fließende Übergänge.


Die erste Phase ist das sogenannte

1. Vorabgespräch Bei Einzel-/ Privatpersonen ist das die Kennenlernphase von Coach und Coachee. Hier findet die Klärung beruflicher Hintergründe und Arbeitsweisen statt. Oder warum jemand gerne ein Coaching haben möchte. Hier wird gegenseitiges Vertrauen aufgebaut – auch gerne Joyning genannt. Und es sollen die Schwerpunkte des Coachings identifiziert werden. Oft wird dabei schon die aktuelle Situation angesprochen sowie die Ziele und der zeitliche Rahmen für das Coaching geklärt. Im Businesskontext kann das auch manchmal erst mit dem Auftraggeber oder einem Menschen aus der Personalabteilung sein, um herauszufinden, ob der Coach dafür qualifiziert ist und ob er oder sie sich das Thema und die Arbeit mit dem potentiellen Coachee vorstellen kann.


Hier sollten auch die vertraglichen Dinge wie Preise und Absagegepflogenheiten geklärt werden. Wenn z.B. einer kurzfristig verhindert ist. Meine Kollegen gehen damit ganz unterschiedlich um. Ich habe immer gerne Klarheit.


1.a) Im Businesskontext findet dann meist ein sogenanntes Trilogie- Auftakt- Gespräch statt D.h. Coachee, Coach und Auftraggeber treffen sich. Ich habe gerne auch den unmittelbaren Vorgesetzten dabei, dass heißt auch den Chef des zu Coachenden. Dann findet mit allen Anwesenden die sogenannte Auftragsklärung statt. Welche Wünsche hat der Klient. Welche Idee oder Anmerkungen hat der Vorgesetzte. Die Ziele werden mit allen Anwesenden grob festgehalten. Betonung liegt auf grob, denn letztendlich ist ein EINZEL- Coaching eine individuelle Weiterentwicklung, die die Privatsphäre des Coachees immer schützt. Es gibt natürlich Gründe warum ein Coaching gewollt ist. Es muss nicht immer ein Problem gelöst werden. Manchmal werden diese auch als Incentive vergeben, für besonders gute Leistung. Meist sind es neue Aufgaben und die damit verbundene neue Rolle. Oder bei Veränderungsprozessen ganz allgemein.

  1. Dann folgen die Vereinbarungen Angenommen: die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmt. Dann wird- bevor es losgeht -noch der Rahmen der Sitzungen geklärt. Wo finden diese statt? Beim Kunden vor Ort? Oder in meinen Praxisräumen z.B. in Köln? Wie viele Sitzungen soll es geben? Je nach Thema biete ich meist ein Paket von 6 x 2,5 Std an= 15 Stunden und ggf. wird dann noch bis zu 20 Std aufgestockt. Je nach Umfang und Thema. Wenn ich einen Menschen in seiner neuen Rolle oder Funktion begleite u.a. auch junge Führungskräfte oder Geschäftsführungs- Nachfolge, macht es Sinn, dass die Begleitung länger als 6 Monate geht; z.B.1x im Monat 2,5 Std sind angemessen. Ich empfehle alle 3 Wochen, damit wir an einem Thema auch dranbleiben können.

Bei Privatpersonen arbeite ich gerne zwischen 60-90 min. Mittlerweile auch online. Mit den Menschen kläre ich an der Stelle die Formalitäten wie Preise und wo und wann das Coaching stattfindet, um Missverständnisse dann auch zu vermeiden. Bei Privatpersonen ist das Thema auch manchmal schon nach einer Sitzung gelöst. Je nachdem was der Mensch für Themen/ Wünsche/ Inhalte mitbringt. Termine mache ich mit allen Coachees immer individuell aus. Beide Kalender müssen übereinander passen. Nachdem das grobe Zeitfenster besprochen wurde, schreibe ich meist 5 oder mehr Terminvorschläge via Email an meinen Klienten und der Coachee sucht sich dann einen aus oder macht gerne einen Gegenvorschlag. Das hat bisher immer sehr gut funktioniert.


Nach der Vereinbarung kommt die Phase 3

  1. Die Analyse Das Coaching beginnt. Ich, als Coach, bringe viele Fragen mit.

Dein Redeanteil als Coachee beträgt in der ersten Sitzung meist 90%!!!!!

Ich sammle Informationen, identifiziere die wirklichen Themen, höre zwischen dem was Du sagst und was Du meinst, konkretisiere die Themen und analysiere mögliche Blockaden und Potenziale bei meinem Gegenüber. Zunächst geht es vor allem darum, Dich kennenzulernen sowie Dich und den Status Quo zu begreifen.

Dabei verwende ich auch gerne die sogenannte PELZ- Methode.

Die Akronyme/ Anfangsbuchstaben stehen für: P wie Problem

E wie Erklärung

L wie Lösung

Z wie Ziel



P roblem: Was ist das Thema? Ich verwende das Wort Problem nicht gerne, sondern lieber das Wort: „Thema“, da wir das besser angehen können.


Es gibt ein schönes Zitat von Buddha:

„Wenn Du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst Du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.“


E rklärung: Wie kommt es dazu? Erkläre mir Dein Thema. Hier mache ich mir eine Übersicht Deiner Welt/ Deiner Landkarte. Ich versuche darin einzutauschen, um die Ganzheitlichkeit zu verstehen.


L ösung: Was hast Du schon ausprobiert? Es ist wichtig zu wissen, was Du schon unternommen hast, um das Thema anzugehen. Und was funktioniert hat und was nicht und warum.


Z iel: Was kann das Ziel sein? Wie geht es weiter im Prozess? Hier definieren wir, wo die Reise hingeht.


Die PELZ- Methode, hilft mir auch bei spontanen Erstgesprächen, die mir in Unternehmen häufig passieren.

Jemand fängt mich auf dem Flur des Unternehmens oder in der Kantine ab und möchte gerne checken, ob ein Coaching für ihn oder einen Mitarbeiter in Frage kommt.

Dann wende ich meine „Eselsbrücke“ auch an; die PELZ-Methode


Bei mir auch zusätzlich sehr beliebt:

Die Skalenfrage! Ich frage sowas wie: „Auf einer Skala von 1- 100…“ ; Bei wieviel Prozent bist Du schon auf dem Weg zu Deinem Ziel?“

Oder: „Auf einer Skala von 1-10: Wie erträglich ist die Situation für Dich?“

1= völlig unerträglich; ich mag gar nicht hier sein

10= alles super

Damit kann ich gut einschätzen, wie sich das Thema verlagert und darstellt.


Und meine Lieblingsfrage: Wer hat etwas davon, dass alles so bleibt, wie es ist? Hierbei ist es wichtig zu wissen, gegen welche Kräfte man/ oder Frau hier anarbeitet. Wenn das Ergebnis schon feststeht und somit das Coaching zu einer Alibifunktion wird, dann ist alles vergebene Liebesmüh. Deshalb ist die Frage für mich sehr wichtig.

Weil alles im Leben seinen Preis hat, stellt sich da die Frage ob wir wirklich bereit sind, das Alte loszulassen? Gegenspieler oder -Argumente zu identifizieren.

Kurz noch mal bis hierher wiederholt; die ersten 3 Phasen des Coachings:

1. Vorabgespräch

Trilogie- Auftakt- Gespräch

2. Die Vereinbarungen

3. Der Coachingbeginn: Analyse


Und jetzt kommt Phase 4:

  1. Die Veränderung Ich als Coach mache jetzt unterschiedliche Interventionen. Einige wirken verbindend andere verstörend. Die Absicht ist dennoch immer inspirierend zu sein. Ich bringe auch gerne Utensilien ins Geschehen. Oder fordere Dich auf ein paar Positionen zu wechseln. In der Präsens geht einiges anders, als wenn wir online arbeiten. Es ist aber vieles möglich. Das habe ich insbesondere durch Pandemie- Zeit lernen dürfen. Am Ende der Übung erarbeiten wir uns gemeinsam die wichtigsten Erkenntnisse. Ich als Coach gebe dann erstes Feedback, reflektiere und analysiere, stelle Handlungsoptionen und mögliche Strategien vor. Das sind jedoch keine Hinweise und Anweisungen, vielmehr moderiere ich hin zu Deiner gewünschten Veränderung. Entweder ich hinterfrage noch einmal Einiges oder bestärke Dich in Deinen Entscheidungen. Oftmals erarbeiten wir sehr anschauliche Dinge. Die fotografiere ich und erstelle ein schönes Fotoprotokoll für Dich von Deiner Coachingarbeit und Sitzung.


  1. Entscheidung und Handlung „Die eigentliche Arbeit findet zwischen den Sitzungen statt“, sag ich immer.

Wir definieren gemeinsam die 1. Schritte in die richtige Richtung. Und das auch gerne schriftlich.

Entscheidend ist jetzt vor allem Deine Disziplin und Dein Wollen. Das Umsetzten kostet Energie und heißt auch manchmal Altes loszulassen. Es fordert Einiges in der Anpassung an die eigenen Ziele.


Und ab und zu gibt´s am Anfang von Sitzungen eine

  1. Erfolgsinventur, wie ich es nenne. Phase 6 sozusagen. Wie ist es Dir als Coachee ergangen? Was waren Deine Erfolgserlebnisse? Was hat sich verändert? War das so gewollt? – Wir analysieren nun die Ergebnisse der vereinbarten Strategien. Entweder wir bauen darauf auf oder wir orientieren uns neu und entwickeln daraus Strategien und Aufgaben.

Dazu gibt es wieder neue Interventionen und Methoden in der Anwendung.


Mein Methodenkoffer ist groß.

Es macht auch immer viel Spaß damit zu arbeiten. Reflektion und Veränderung kann auch viel Freude bereiten. Ich lache viel mit meinen Klienten.

Mein Motto dabei ist: „Man muss nicht ernst sein, um Ernste Dinge zu tun!“

Außerdem hat Persönlichkeitsentwicklung meist mit Wachstum zu tun. Und mir persönlich bereiten Erkenntnisse immer einen unschätzbaren Reichtum. Alles was mir bewusst wird, schlummert nicht mehr im Unbewussten und kann zur bestmöglichen Version transformiert oder aktiv ausgebaut werden. Hin zu grenzenlosem Bewusstsein, auch das ist ein Credo von mir.


Und irgendwann kommt dann auch die Phase 7.

  1. Der Abschluss Das Coaching endet mit einer abschließenden Erfolgskontrolle.

Was hat der Coachee gelernt?

Welche Methoden und Kompetenzen hat er neu entwickelt?

Was ist für den Vorgesetzten oder Kollegen vielleicht schon sichtbar? War er mit der Beratung zufrieden?

Wie geht er weiter ohne den Coach? Ein Ziel hat jedes Coaching: Die Hilfe zur Selbsthilfe – und sich selbst als Coach damit bei neuen Herausforderungen überflüssig zu machen.

Wenn das so ist, dann hattest Du einen guten Coach.


Im Jobkontext gibt es dann wieder den

7.a Trilogie- Abschluss. Es kommen die Menschen zusammen, die beim Auftakt auch dabei waren. Oftmals ist es der Chef des Klienten und manchmal kommt auch noch jemand von der Personalabteilung sprich HR (Human Ressources) dazu. Hier in dem Trilogie- Abschluss berichtet der Coachee – und ausschließlich wozu er bereit ist- , da ich als Coach diskret und verschwiegen bin.

Allenfalls erzähle ich von Methoden, die ich angewendet habe, wo keine Rückschlüsse auf Inhalte zu führen sind. Ich kläre immer vorab mit meinem Coachee, was ich sagen darf und was nicht und mache dabei Vorschläge, was ich gerne sagen möchte. Ansonsten bin ich verschwiegen. Erfahrungsgemäß ist das Gespräch sehr offen und der Coachee erzählt oftmals sehr freizügig, was er/ sie erlebt hat.


Dann haben wir noch die Phase 8

8. Evaluierung Evaluation oder Evaluierung (aus lateinisch valere „stark, wert sein“) bedeutet sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung.

In Konzernen bei größeren Gruppen, wo die einzelnen Personen ein Einzelcoaching in einem bestimmten Zeitfenster erfahren haben, gibt es oftmals Fragebögen dazu, wie sie diese Einzelcoaching- Begleitung bewerten.

Das macht Sinn liebe UnternehmerInnen und PersonalerInnen unter den Lesern, um eine Bewertung über seinen Trainer & Coach-Pool zu erhalten in Deinem/Ihrem Unternehmen.


Du als Vorgesetzter kannst Mitarbeiter, also den Coachee auch einfach nach dem Schulnotensystem fragen, wie er das absolvierte Coaching bewertet. Inhaltlich und menschlich.

Oder probiere doch selbst mal eine Skalenfrage , „Auf einer Skala von 1-10…..“



Ich fasse jetzt noch einmal alles zusammen:

Kurz & Knackig

Wie läuft ein Coaching ab?

Zusammengefaßt die 8 Phasen

1. Vorabgespräch; im Business das Trilogie- Auftakt- Gespräch

2. Die Vereinbarungen;

3. Coachingbeginn: Analyse des mitgebrachten Themas

4. Veränderung; und Intervention; Methodenanwendung

5. Entscheidung und Handlung

6. Erfolgsinventur

7. Abschluss Gespräch auch als Trilogie

8. Evaluierung

Was bedeuten die Akronyme P.E.L.Z. beim Erstgespräch?

P = Problem E = Ereignis L = Lösungen Z = Ziel

Ich hoffe ich konnte Dir zum Ablauf eines Coachings jetzt alle relevanten Antworten geben. Wenn Du noch Fragen hast, dann kontaktiere mich gerne unter meiner Emailadresse: post@javia.de


Ich freue mich auch sehr, wenn Du mir zu diesem Blog/ Podcast #02 schreibst was Deine wichtigste Erkenntnis war und was Du für Dich mitgenommen hast.


Teile diesen Blog sehr gerne mit Deinem Netzwerk. Wenn ich merke es gefällt, gibt mir das Power zum Weitermachen. Ich freue mich riesig.

Im nächsten Blog/ Podcast erzähle ich Dir gerne: Welche Voraussetzungen ein Coachee haben sollte für ein Coaching und Wie Du einen oder gar Deinen passenden Coach findest.

Ich wünsche Dir von ganzen Herzen alles erdenklich Erfolgreiche und Liebe. Bleib gesund und munter.


Sag JA zu Deinem Weg.; JAVIA Carpe Diem.

Deine JAnette


Den Blog zum nachhören gibt es in der Podcast Folge #02 Wie läuft ein Coaching ab?

https://anchor.fm/janettevialon/episodes/02-Wie-luft-ein-Coaching-ab-eou3e7


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